geschichtliche Entwicklung

Die Handarbeit ist eines der größten Geschenke, die wir uns selber machen konnten. Speziell jetzt kurz auf die Männerwelt bezogen. Wenn das Klöppeln nicht gewesen wäre, um dekorative Spitzen für Bekleidungen herzustellen, wer weiß, ob wir heute so hübsche Unterwäsche bestaunen dürften.

Aber weg von wilden Männerfantasien, wieder den Blick auf die Realität und die Geschichte. Jedes Kleidungsstück ist Handarbeit. Heute werden diese zwar nicht mehr per Hand hergestellt, sondern man nutzt Maschinen zur Textilherstellung, jedoch früher sind alle Textilien echte Handarbeit gewesen.

Natürlich gibt es heutzutage auch noch echte Handarbeit zu kaufen, die kann dann aber kaum einer bezahlen, außer, man hat das entsprechende Konto dafür. Geht man aber vom Otto Normalbürger aus, sind es eher unerschwingliche Preise, zum Teil jenseits unserer Vorstellungskraft.

Aber nichtsdestotrotz bot die Handarbeit die Vorlage für die heutigen Maßstäbe. Natürlich ist der Webstuhl mittlerweile voll automatisch und heißt jetzt Webmaschine, aber trotzdem arbeitet sie noch nach dem gleichen Prinzip wie eine Arbeiterin vor der Industrialisierung. Auch ein ganz wichtiger Aspekt, gerade, weil Handarbeit so mühsam und zeitintensiv war, mussten Maschinen her. Die Gleichung “Verkaufspreis – (Wareneinsatz + Produktionskosten) = Gewinn” war in Ungnaden gefallen. Durch die Industrialisierung verbesserten sich auch anfänglich die Lebensumstände, was einen Bevölkerungsboom zur Folge hatte. Man war also gezwungen, mehr zu produzieren und sich von den herkömmlichen Herstellungsprozessen zu verabschieden.

Mittlerweile befinden wir uns aber wieder im Wandel der Zeit. Die Menschen wollen Qualität kaufen und die Nachfrage von Handarbeit steigt wieder. Komplette Modelabels sind wieder auf die Hand-Produktion umgestiegen. Was das für den Preis bedeutet, müsste wohl klar sein. Überraschend jedoch ist, dass er gerne gezahlt wird. Man fängt also an, wieder auf die Qualität der Handarbeit aufmerksam zu werden.

Doch eine Rückbildung der maschinellen Industrie auf Manufakturen wird niemals stattfinden. Der Bedarf an Textilien ist einfach zu hoch und wächst direkt proportional zur Weltbevölkerung. Deswegen ist es nur im bedingten Zustand möglich, altbewährte Handarbeit mit einem neuen Design zu verknüpfen, unter Berücksichtigung eines mehr als hohen Preises.

Eine Manufaktur kann man als eine Art Ballungsgebiet für Handarbeit ansehen, wobei man diese Einrichtungen als Übergangsform zur industriellen Produktionsstätten bezeichnen konnte. Verschiedene Handarbeiten wurden unter einem Dach zusammengetragen und eine zentrale Arbeitsstätte war geboren. Durch die Maßnahmen konnten auch Arbeiten Hand in Hand greifen. Wenn das Textil gewoben wurde, konnte es gleich weiter zu Schneiderin und am Ende kann noch ein bisschen daran herumgeklöppelt werden. Man spart sich also die aufwendigen Transportumstände.

Der Ursprung für unsere heutige Industrienation ist also in den Handarbeiten zu suchen. Der Vorteil zur Fließbandproduktion besteht darin, dass jedes Produkt einzigartig war und auch durch ständige Kontrolle der Arbeiter das Produkt weniger Mängel aufwies, was heutzutage nur noch stichprobenartig geschehen kann.